Material – Einheimischer Kalkstein, der typischerweise aus lokalen Steinbrüchen gewonnen wird, insbesondere auf Inseln wie Brač und Korčula.
Bautechnik – Trockenmauerbau (ohne Mörtel) in ländlichen Gebieten, während Kalk und Mörtel in städtischen Gebieten verwendet wurden.
Baumuster – Kompakte Steinhäuser mit kleinen Fenstern und dicken Wänden zum Schutz vor Witterungseinflüssen.
Dächer – Traditionell mit Steinplatten oder Terrakottafliesen bedeckt, oft geneigt, um Regen aufzunehmen.
Innenhöfe und Balkone – Steinhöfe („konobe“) und Außentreppen aus Stein („balature“) sind typisch für dalmatinische Häuser.
Historische Stadtzentren – Dichte, aus Stein gebaute Städte wie Dubrovnik, Trogir und Korčula mit engen Gassen („kale“), gewölbten Durchgängen und Steinbrunnen.
Trockenmauern – Eine traditionelle Technik zum Bau von Zäunen und Terrassen, insbesondere auf Inseln, die Bodenerosion verhindert und vor starkem Wind schützt.
Einer der überraschendsten Aspekte der dalmatinischen Steinarchitektur ist die Erkenntnis, dass die Menschen vor Jahrhunderten ohne moderne Kräne, Bulldozer oder Elektrowerkzeuge in der Lage waren, riesige Steinblöcke abzubauen, zu transportieren und an ihren Platz zu heben. Wie haben sie das gemacht?
Steinbruch von Hand – Erfahrene Steinmetze verwendeten Meißel, Hämmer und Keile, um große Blöcke aus den Kalksteinbrüchen zu schneiden, insbesondere auf Inseln wie Brač und Korčula. Sie verließen sich oft auf natürliche Risse im Gestein, um ihre Schnitte zu führen.
Transport – Das Bewegen dieser schweren Blöcke war eine Herausforderung. Die Arbeiter verwendeten Holzrollen, Schlitten und sogar Tiere wie Ochsen, um Steine von Steinbrüchen zu Baustellen zu ziehen. In Küstenstädten wurden Steine oft auf Schiffe verladen und über das Meer transportiert.
Heben und Positionieren – Ohne Kräne waren die Arbeiter auf Holzgerüste, Flaschenzüge und reine Muskelkraft angewiesen. Seile und Hebel wurden verwendet, um die Steine langsam an ihren Platz zu manövrieren, manchmal mit Hilfe von geneigten Rampen.
Präzision ohne moderne Werkzeuge – Obwohl sie nur Handwerkzeuge verwendeten, erreichten die Dalmatiner eine bemerkenswerte Präzision beim Steinschneiden. Das beste Beispiel dafür sind Städte wie der Diokletianpalast in Split, wo massive Steinblöcke ohne Mörtel perfekt zusammenpassen – genau wie die antike römische Ingenieurskunst.
Teamarbeit und Fachwissen – Bauen mit Stein war keine Einzelleistung; es erforderte die Zusammenarbeit ganzer Gemeinschaften. Maurer, Arbeiter und Ingenieure gaben ihr Wissen an Generationen weiter und schufen Bauwerke, die Jahrhunderte überdauert haben.
Wenn man in Dalmatien eine massive Steinmauer oder einen kunstvoll geschnitzten Fensterrahmen betrachtet, ist es fast unmöglich, kein Gefühl der Ehrfurcht zu verspüren. Diese Gebäude wurden nicht einfach nur gebaut – sie wurden mit Geduld, Geschick und einem tiefen Verständnis der Materialien gefertigt. In einer Zeit, in der alles von Hand gemacht wurde, erzählt jeder einzelne Stein eine Geschichte menschlicher Entschlossenheit.
Man fragt sich: Wie viel von unserer modernen, mit Maschinen gebauten Architektur wird so lange halten wie diese antiken Steinstrukturen?